Donnerstag, 23. März 2017

Sensibilität gegenüber negativer Information

Sensibilität gegenüber negativer Information
Die negative Information wird vom Gehirn normalerweise schneller entdeckt als die positive. Wenn ich die Gesichtsausdrücke nehme, die für ein soziales Tier wie mich ein primäres Zeichen für Bedrohung oder Chance ist: so werden furchteinflössende Gesichter schneller wahrgenommen als glückliche oder neutrale, was wahrscheinlich an die Amygdala ausgelösten Schnellverfahren liegt.
Selbst wenn furchteinflössende Gesichter für die bewusste Wahrnehmung unsichtbar gemacht werden, so leuchtet die Amygdala auf, weil das Gehirn von schlechten Neuigkeiten angezogen wird.


Mittwoch, 22. März 2017

Wachsamkeit und Angst

Wachsamkeit und Angst
Bin ich wach und mache nichts Besonderes dann aktiviert sich mein im Ruhezustand befindliches Gehirn in ein Standartnetzwerk. Sein Funktion scheint jetzt darin zu bestehen, in meiner Umgebung und in meinem Körper nach Bedrohungen zu spüren. Und dieses grundlegende Gewahrsein wird vom Hintergrundgefühl der Angst begleitet, was mich wachsam sein lässt. Versuche ich ein paar Minuten ohne den Anflug von Vorsicht, Unbehagen oder Spannung durch ein Geschäft zu laufen, dann wird es schwierig.
Das ergibt einen Sinn, denn unsere Vorfahren waren Beute aber sie waren auch gleichzeitig Räuber. Aber es gab in den sozialen Primatengruppen schon immer sehr viel Aggressivität, sowohl ausgehend von den männlichen sowie von den weiblichen Gruppenmitgliedern. In den Gruppen der Hominiden und dann der menschlichen Jäger und Sammler war die Gewalt schon immer eine führende Todesursache bei den Männern. Und aus diesem Grunde ist man ängstlich, denn es gab viel zu fürchten.

Montag, 20. März 2017

Stöcke sind stärker als Karotten

Stöcke sind stärker als Karotten
Bisher habe ich über Karotten und Stöcke gelesen, als wenn sie gleichrangig wären. Aber die Stöcke sind mächtiger, weil mein Gehirn eher für das Vermeiden als für das Annähern gemacht ist. Aber es liegt daran, dass es die negativen, nicht die positiven Erfahrungen sind, die generell den stärksten Einfluss auf das Überleben haben.
Ich stelle mir meine Vorfahren vor, wie sie beim Gehen durch die Natur ständig über die Schulter schauten, wenn sie ein Geräusch hörten und sofort bereit waren, zu erstarren, wegzurennen oder anzugreifen je nach Situation. Hier wurde entschieden zwischen den Schnellen und den Totem. Verpassten sie die Karotte, also eine Chance auf Nahrung oder Paarung, so boten sich später weitere Gelegenheiten. Wenn es den Vorfahren nicht gelang einem Stock auszuweichen z.B. einem Raubtier, so wurden sie getötet, also hatten dann keine Chance auf eine Karotte also um ihre Gene weiterzugeben, und sie schenkten den negativen Erfahrungen große Aufmerksamkeit.

Sonntag, 19. März 2017

Annäherung beinhaltet Leiden

Annäherung beinhaltet Leiden
Die zwei neuronalen Systeme sind für das Überleben notwendig. Ich kann sie zusätzlich für positive Zwecke nutzen, weil sie nichts mit der Weitergabe von Genen zu tun haben. So kann ich meine Motivation, etwas Gesundes zu tun, z.B. mich zu bewegen, dadurch erhöhen, dass ich wirklich achtsam gegenüber den damit verbundenen Belohnungen bin so wie bei Gefühlen der Vitalität und Kraft.
Aber wenn ich nach dem Angenehmen greife, dann kann es mir auch Leiden bringen.
Begierde kann unangenehm sein, aber selbst mildes Sehnen ist auf subtile Weise unangenehm.
Wenn ich die Dinge nicht haben kann, die ich begehre, so ist es natürlich, dass ich mich frustriert, enttäuscht und entmutigt fühle, oder sogar hoffnungslos und verzweifelt.
Ist eine Begierde erfüllt, so sind die damit verbundenen Belohnungen häufig nicht so großartig. Es ist in Ordnung, aber ich sehe meine Erfahrung an: Ist der Keks wirklich so lecker, insbesondere der dritte Happen? Oder war die aus der guten Arbeitsbeurteilung gezogene Befriedigung intensiv und anhaltend.
Sind Belohnungen ziemlich groß, so zahlt man einen hohen Preis. Denke ich auch an die Belohnungen, wie Anerkennung zu erhalten, einen Streit zu gewinnen oder andere dazu zu bringen, sich auf eine bestimmte Art zu verhalten. Aber wie sieht das Kosten-Nutzen-Verhältnis aus?
Und wenn ich es bekomme, was ich möchte, und jede Erfahrung wird sich verändern, aber ich werde regelmäßig von Dingen getrennt, die ich genieße, aber eines Tages wird die Trennung dauerhaft sein. So werden auch die Freunde gehen, Kinder verlassen das Haus, Karrieren enden und schließlich kommt und geht mein eigener Atemzug, denn alles was beginnt, das wird auch enden. Und alles was zusammenkommt, muss sich auch zerstreuen. Aber Erfahrungen sind nicht in der Lage, befriedigend zu sein, weil sie eine unzuverlässige Basis für ein wahres Glück sind.
Wenn das Aus-der-Fassung-Geraten über etwas Unangenehmes so ist, wie von einer Schlange gebissen zu werden, ist das Greifen nach dem Angenehmen so, wie den Schwanz der Schlange zu packen, aber früher oder später wird die Schlange dich trotzdem beißen.

Samstag, 18. März 2017

Karotten hinterherlaufen

Karotten hinterherlaufen
Es gibt zwei wichtige neuronale Systeme, die dafür sorgen, dass ich ständig den Karotten hinterherlaufe. Das erste System basiert auf dem Neurotransmitter Dopamin. Die Aktivität der Dopamin ausgeschütteten Neuronen nimmt zu, wenn ich auf Dinge treffe, die mit Bedrohungen aus der Vergangenheit zusammenhängen, so wenn ich eine Nachricht von einer Freundin erhalte, die ich schon längere Zeit nicht mehr gesehen habe. Und dann kommen die Neuronen auch auf Touren, wenn ich auf etwas treffe, was in der Zukunft Belohnungen einbringen könnte, , so z.B. wenn ich von meiner Freundin zum Essen eingeladen werde. In meinem Geist produzieren die neuronalen Aktivitäten ein motivierendes Gefühl der Begierde: denn rufe ich sie zurück, um in Erfahrung zu bringen, wann das Mittagessen stattfindet, und das macht ein Teil meines Gehirns ausfindig, der cinguläre Kortex genannt wird, und Finger groß ist und an der Innenseite einer jeden Hemisphäre liegt. Ob die Belohnungen, Spaß mit der Freundin, tatsächlich eintreten, und wenn sie es tun, dann werden die Dopaminwerte stabil. Aber wenn ich entäuscht bin oder werde, weil die Stimmung schlecht ist, dann sendet der cinguläre Kortex ein Signal, so das die Dopaminwerte gesenkt werden. Ein abfallender Dopaminspiegel wird als unangenehmer Gefühlstau registriert, wie Unzufriedenheit und Missmut., der aber ein Verlangen nach etwas stimuliert, das die ursprünglichen Werte wiederherstellt.
Das zweite System, das auf mehreren anderen Neuromodularen basiert, ist die biochemische Quelle der angenehmen Gefühlstöne, die von den tatsächlichen Karotten im Leben ausgehen.Wenn die chemischen Freudenstoffe, wie Opioide, Endorphinen, Oxytocin und Noradrenalin in meine Synapsen strömen, so stärken die die aktiven neuronalen Schaltkreise und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass diese in Zukunft zusammen feuern werden. Wenn ich bei einer Tätigkeit viele Fehlversuche habe, und dann einen gültigen Versuch, so werden Wellen chemischer Freudenstoffe ausgelöst, die bei der Festigung von synaptischen Verbindungen helfen, welche die speziellen Bewegungen hervorgerufen, damit der Versuch gelingt.
Das auf Freude aufbauende System lenkt die Aufmerksamkeit auf das, was es ausgelöst hat, und es veranlasst mich dazu, erneut nach die Belohnungen zu streben, und stärkt die Verhaltensweisen mit denen es mir geglückt ist, die Belohnungen zu bekommen. Es arbeitet Hand in Hand mit dem auf Dopamin basierenden System.


Donnerstag, 16. März 2017

Die wichtigsten neurochemischen Stoffe

Die wichtigsten neurochemischen Stoffe
Hier sind die wichtigsten chemischen Stoffe in meinem Gehirn, die Einfluss auf die neuronale Aktivität haben, denn sie besitzen viele Funktionen.
Primäre Neuromitter: Glutamat erregt empfangende Neuronen und GABA hemmt empfangende Neuronen.
Neuromodulatoren: Diese Substanzen, sie werden auch manchmal Neurotransmitter genannt, beeinflussen die primären Neurotransmitter. Werden sie innerhalb des Gehirns weiträumig freigesetzt, so haben sie eine mächtige Wirkung.
Serotonin: reguliert die Stimmung, den Schlaf und die Verdauung, und die meisten Antidepressiva zielen darauf ab, die Wirkung zu erhöhen.
Depamin: ist an Belohnungen und Aufmerksamkeit beteiligt und fördert das Annäherungsverhalten.
Noradrenalin: es alarmiert und erregt.
Acetycholin: es fördert die Wachsamkeit und das Lernen.
Neuropeptide: Die Neuromodulatoren sind aus Peptiden aufgebaut, es ist eine bestimmte Art von organischem Molekül.
Opioide: sie dämpfen den Stress, bieten Linderung, senken Schmerz und verursachen freudige Gefühle und dazu gehören Endorphine.
Oxytocin: es fördert das fürsorgliche Verhalten gegenüber Kindern und Bindung bei Paaren, wird mit glückseliger Nähe und Liebe in Verbindung gebracht, und Frauen haben mehr Oxytocin als Männer.
Vasopressin: es unterstützt die Paarbindung, kann bei Männern die Aggressivität gegenüber sexuellen Rivalen fördern.
Weitere neurochemische Stoffe:
Cortisol: es wird während der Stressreaktion von den Nebennieren ausgeschüttet, stimuliert die Amygdala und hemmt den Hippocampus.
Östrogen: das Gehirn von Männern und Frauen enthalten beide Östrogenrezeptoren, es beeinflusst die Libido, die Stimmung und das Gedächtnis.


Mittwoch, 15. März 2017

Der Gefühlston einer Erfahrung

Der Gefühlston einer Erfahrung
Aber wie entscheidet mein Gehirn, ob ich nähern, oder ob ich es vermeiden soll. Ich wandere durch einen Wald, und ich gehe um eine Kurve und sehe vor mir auf dem Boden einen kurvenreiches Gebilde. Ich vereinfache den kommenden komplexen Prozess: denn in den ersten Zehntelsekunden wird mir das von diesem kurvenreichen Objekt abprallende Licht zum okzipitalen Kortex geschickt, es ist für eine visuelle Information zuständig, um es zu einem bedeutungsvollen Bild weiterzuverarbeiten. Und dann sendet der okzipitale Kortex die Darstellung dieses Bildes in zwei Richtungen: aber für eine Einschätzung, ob sich um eine potentielle Bedrohung oder Chance handelt, zum Hippocampus und für eine differenziertere, und Zeit aufwendigere Analyse zum PFC und zu anderen Teilen meines Gehirns.
Doch umgehend vergleicht mein Hippocampus das Bild mit einer Liste der wichtigsten „Erst-Springen-später-denken-Bedrohungen. Schnell findet der Hippocampus das kurvenreiche Gebilde auf meiner Gefahrenliste, was ihn dazu veranlasste, eine Warnung hoher Priorität an meine Amygdala zu senden: „Pass auf“. Die Amygdala funktioniert wie eine Alarmglocke,, schickt denn eine allgemeine Warnung durch mein Gehirn und schickt ein spezielles Signal an meine für Kampf-oder Flucht-Reaktion zuständige neuronalen und harmonalen Systeme. Hier kommt es auf die Tatsache an, dass ich weniger als eine Sekunde nach dem Erblicken des kurvenreichen Gebildes alarmiert zurückspringe.
Der leistungsstarke aber relativ langsame PFC hat zwischenzeitlich Informationen herangezogen, um sich darüber klar zu werden, ob das Ding eine Schlange oder ein Stock ist. Verstreichen weitere Sekunden, so konzentriert sich der PFC auf die Regungslosigkeit des Objekts.
In dieser Episode war alles, was ich erlebt habe, entweder angenehm, unangenehm oder neutral. Am Anfang der Wanderung gab es neutrale und angenehme Anblicke, dann kam die unangenehme Angst vor der potentiellen Schlange, und dann die Erleichterung aufgrund der Erkenntnis, dass es ein Stock war. Dieser Aspekt der Erfahrung, ob es angenehm, unangenehm oder neutral ist, wird im Buddhismus als Gefühlston bezeichnet.
Dieser Gefühlston wird durch meine Amygdala hervorgerufen und weiträumig verbreitet. Es handelt sich um einen einfachen, aber wirksamen Weg, meinem Gehirn zu sagen, was zu tun ist: sich angenehmen Karotten zu nähern, unangenehme Stöcke meiden und bei allen anderen einfach weitergehen.