Montag, 27. Februar 2017

Nicht so separat

Nicht so separat
Im oberen hinteren Teil des Kopfes liegen die Parietallappen (Scheitellappen) des Gehirns. Der „Lappen“ ist eine rundliche Wölbung des Kortex. Der linke Lappen stellt bei den meisten Menschen die Wahrnehmung her, dass der Körper von der Welt getrennt ist, und der rechte Lappen gibt an, wo sich der Körper im Vergleich zu Bestandteilen seiner Umgebung befindet. Das Ergebnis ist eine automatische Grundannahme dieser Art: Denn ich bin ein separates und unabhängiges Wesen. Ist es auch in mancher Hinsicht wahr, so ist es doch in vielerlei Wichtiger Hinsicht nicht wahr.








Sonntag, 26. Februar 2017

Drei Überlebensstrategien

Drei Überlebensstrategien
In den hunderten von Millionen von Jahren der Evolution haben unsere Vorfahren drei grundlegende Überlebensstrategien entwickelt:
Das Schaffen von Trennungen, um Grenzen zwischen sich selbst und der Welt sowie zwischen unterschiedlichen Geisteszuständen zu bilden.
Dann das Bewähren von Stabilität um körperliche und geistige Systeme in einem gesunden Gleichgewicht zu halten.
Und das sich Sich nähern an Chancen und das Meiden von Bedrohungen, um Dinge zu bekommen, die Nachwuchs begünstigen, und solche, die es nicht tun, zu entkommen oder standzuhalten.Für das Überleben sind die Strategien immer effektiv gewesen, aber Mutter Natur ist es gleich, wie sie sich anfühlen. Aber um die Tiere (auch Menschen) zu motivieren und die Gene weiterzugeben, entwickelte sich neuronale Netzwerke, die unter bestimmten Bedingungen Schmerz und Leid schaffen: wenn Trennungen sich auflösen, die Stabilität ins Wanken gerät, Chancen enttäuschen und Bedrohungen auftauchen Und es kommt unglücklicherweise immer zu diesen Bedingungen, weil: alles miteinander verbunden ist, sich alles unaufhörlich verändert, Chancen regelmäßig unerfüllt bleiben oder ihren Glanz verlieren und viele Bedrohungen unausweichlich sind wie das Altern und der Tod. Ich sehe, wie all dies mich zum Leiden bringt.






Samstag, 25. Februar 2017

Das sich entwickelnde Gehirn

Das sich entwickelnde Gehirn
Vor rund 3.5 Milliarden Jahren begann das leben auf der Erde. Die ersten mehrzelligen Wesen erschienen vor etwa 650 Millionen Jahren. So etwa vor 600 Millionen Jahren tauchte die allererste Qualle auf, denn die Tiere waren mittlerweile komplex geworden, so dass die sensorischen und motorischen Systeme miteinander kommunizieren mussten, denn so erklären sich die Anfänge des Nervengewebes. Während sich die Tiere entwickelten, entwickelten sich auch ihre Nervensysteme, die langsam eine zentrale Leitstelle in Form eines Gehirns hervorbrachten.
Die Evolution baut auf bereits vorhandenen Fähigkeiten auf. Die Weiterentwicklung des Lebens lässt sich in meinem und eigenen Gehirn sehen, in Form dessen als die reptilische, paläo-mammmalische und neo-mammmalische Entwicklungsstufe bezeichnet wird.
Relativ neues komplexes, konzeptualisierendes, langsames und motivational diffuses kortikales Gewebe sitzt auf Strukturen des Hirnstamms, die uralt, einfach, konkret, schnell und motivational stark sind. Die subkortikale Region liegt in der Mitte meines Gehirns, unter dem Kortex und auf dem Hirnstamm, denn der Hirnstamm korrespondiert ungefähr mit dem reptilischen Gehirn. Während ich durch den Tag gehe, sitzt in meinem Kopf eine Art Eidechsen-Eichhörnchen-Affen-Gehirn, das in meinem von unter nach oben verlaufenden Prozess meine Reaktion formt.
Der moderne Kortex hat einen großen Einfluss auf den Rest des Gehirns und ist durch den Druck der Evolution geprägt worden, dass sich beim Menschen die sich ständig verbessernden Fähigkeiten entwickelt haben wie Kinder großzuziehen, sich zu binden, zu kommunizieren, zu kooperieren und zu lieben.
Der Kortex ist in zwei „Hemisphären“ unterteilt, die durch einen Balken miteinander verbunden sind. Im Verlauf der Evolution konzentrierte sich die linke Hemisphäre allmählich auf sequenzielle und sprachliche Verarbeitung, während sich die rechte Hemisphäre auf holistische und visuell-räumliche Verarbeitung spezialisierte, aber selbstverständlich arbeiten die beiden Hälften meines Gehirns eng zusammen.
Doch viele neuronale Strukturen werden dupliziert, so dass es in jeder Hemisphäre eine gibt, nichts desto weniger ist es üblich, von einer Struktur im Singular zu sprechen.




Freitag, 24. Februar 2017

Die Evoution des Leidens

Die Evolution des Leidens
Nichts in der Biologie gibt einen Sinn, außer im Lichte der Evolution.
Im Leben ist vieles wunderbar, aber es hat auch seine harten Seiten. Ich schaue mir die Gesichter, um mich herum an, und ich sehe viele Gesichter mit viel Anspannung, Enttäuschung und Sorge, denn ich kenne auch meine eigenen Frustrationen und Sorgen. Doch die Schmerzen des Lebens reichen von subtiler Einsamkeit und Bestürzung über Stress, Schmerz und Wut in einem moderaten Ausmaß bis hin zu einem starken Trauma und heftiger Qual. Es ist ein Spektrum, das ich mit dem Wort „Leiden“ meine. Doch viele leiden sind sehr mild, dafür aber chronisch, wie zum Beispiel die Hintergrundgefühle der Angst, der Reizbarkeit oder des Fehlens an Erfüllung. Doch normal ist es, weniger davon zu wollen, aber stattdessen mehr Zufriedenheit, Liebe und Frieden.
Um ein Problem zu verringern, muss ich dessen Ursachen verstehen. Dies ist auch der Grund dafür, dass immer Ärzte, Psychologen und spirituelle Lehrer meisterhafte Diagnostiker waren. So identifizierte Buddha in seinen „Vier Edlen Wahrheiten“: ein Übel als leiden und dessen Ursache das Verlangen: ein überwältigendes Gefühl des Bedürfnisses nach etwas war, oder er gab ein Heilmittel an als Freiheit von Verlangen und er verordnete eine Behandlung, den Achtfachen Pfad.
Ich untersuche das Leiden im Lichte der Evolution, um seine Ursprünge in meinem Gehirn zu erkennen.Wenn ich verstehe, warum ich nervös, verärgert, bedrängt, getrieben, traurig oder unzulänglich fühle, so haben diese Gefühle weniger Macht über mich.




Donnerstag, 23. Februar 2017

Hauptpunkte

Hauptpunkte
was passiert in meinem Geist? Verändert sich mein Gehirn, vorübergehend oder dauerhaft, Neuronen, die gemeinsam feuern, in sich verdrahten. Denn was in meinem Gehirn geschieht, verändert mein Gehirn, weil Gehirn und Geist ein einziges integriertes Gehirn sind.
Deshalb kann ich meinen Geist dafür verwenden, mein Gehirn zu verändern, um meinen Geist Nutzen zu bringen, aber auch jedem anderen Menschen, dessen Leben ich berühre.
Menschen, die sich tief in die Übungen der kontemplativen Traditionen versenkt haben, sind die Olympiaathleten des Geistes. Lernt man, wie sie ihren Geist und folglich ihr Gehirn trainiert haben, da offenbaren sich machtvolle Wege zum Erreichen von mehr Glück, Liebe und Weisheit.
Das Gehirn entwickelt sich, um mir beim Überleben zu helfen, doch bewirken seine drei hauptsächlichen Überlebensstrategien auch, dass ich leide.
Tugend, Achtsamkeit und Weisheit sind die Säulen, auf denen tägliches Wohlbefinden, persönliches Wachstum und spirituelle Praxis ruhen, aber sie stützen sich auf die drei grundlegenden neuronalen Funktionen wie Regulation, Lernen und Selektion.
Der Pfad des Erwachens umfasst sowohl die Transformation des Geistes und des Gehirns als auch das Aufdecken der wunderbaren wahren Natur, die aber schon immer da war.
Aber tägliche, kleine, positive Maßnahmen summieren sich mit der zeit zu großen Veränderungen, denn ich baue Schritt für Schritt neue neuronale Strukturen auf. Um am Ball zu bleiben, muss ich auf meiner Seite sein.
Die gesunden Veränderungen in den Gehirnen der Menschen könnten dabei helfen, die Welt in eine bessere Richtung zu lenken.




Mittwoch, 22. Februar 2017

Die Welt auf der Schneide eines Schwertes

Die Welt auf der Schneide eines Schwertes
Es ist vielleicht wichtig wenn ich an kleine Wellen denke, die von meinem eigenen Wachstum ausgehen und unmerklich, aber wahrhaft einer Welle voller Habgier, Verwirrung, und Wut helfen werden. Denn meine Welt balanciert auf der Schneide eines Schwertes und könnte zu beiden Seiten kippen.
Einerseits sehe ich auf dem gesamten Planeten langsam aber sicher, eine zunehmende Demokratisierung, eine wachsende Zahl an Basisorganisationen und ein größeres Verständnis eines fragilen Miteinander verbunden sein.
Aber andererseits erwärmt sich die Erde, militärische Technologien werden zunehmend tödlich und eine Milliarde Menschen gehen jeden Abend hungrig schlafen.
Doch die Tragik und die Chance dieses Zeitpunktes in der Geschichte sind exakt die gleichen: Die natürlichen und technischen Ressourcen, die notwendig sind, um uns vom Abgrund zurückziehen, existieren bereits. Doch das Problem ist nicht der Mengel an Ressourcen, denn es ist ein Mangel an Wille und Beherrschung, an Aufmerksamkeit für das, was wirklich geschieht, und an einem aufgeklärten Eigeninteresse, von dem alle Seiten profitieren, mit anderen Worten, ein zu Zuwenig an Tugend, Achtsamkeit und Weisheit.
Wenn und andere Menschen zunehmend geschickt im Umgang mit dem Geist und dem Gehirn, werden, so könnte dies dabei helfen, meine oder diese Welt in eine bessere Richtung lenken.

Dienstag, 21. Februar 2017

Auf seiner eigenen Seite sein

Auf seiner eigenen Seite sein
Mein moralischer Grundsatz besteht darin, dass es meine Pflicht ist, wenn ich die macht über jemanden habe, diese wohlwollend zu gebrauchen. Aber wer ist diese Person, die die größte Macht über mich haben könnte? Es ist mein zukünftiges Selbst, denn ich halte dieses Leben in meinen Händen, und was daraus wird, hängt davon ab, wie ich mich darum kümmere.
Einst hatte ich als Kind ein zentrales Erlebnis. Es war an einem Sommerabend, die Sterne funkelten vom Himmel, und ich schaute hinauf in den Sternenhimmel und vergaß dabei die Armut, in der mich befand, denn es war die Nachkriegszeit (2.Weltkrieg), und in mir stieg ein Stärke empor, die mir sagte: Es liegt an mir, und an niemand anders, einen Weg in die Sterne zu finden, um Die Möglichkeit des Glücks zu finden, die sie mir präsentieren.
Dieses kurze Erlebnis habe ich bis heute nie vergessen, denn ich habe gelernt, worüber ich Kontrolle habe und worüber nicht, denn es ist nicht möglich, Vergangenheit oder Gegenwart zu ändern. Ich kann das alles akzeptieren, wie es ist, aber ich kann mich um eine bessere Zukunft kümmern. Aber die meisten Wege, um das zu tun, sind klein und bescheiden.
Ich kann in einer angespannten Besprechung einmal tief einatmen, um eine lange Atmung zu forcieren, und so das beruhigende parasympathische Nervensystem PNS zu aktivieren. Wenn ich an ein schlimmes Erlebnis denke, so erinnere ich mich, mit jemanden zusammen gewesen zu sein, der mich liebte, und das hat die schlimme Erinnerung mit einem positiven Gefühl durchdrungen.
Um meinen Geist zur Ruhe zu bringen, kann ich bewusst meine Glücksgefühle verlängern, und dadurch werden die Werte des Neurotransmitters Dopamin erhöht, was mir dabei hilft, fokussierte Aufmerksamkeit zu bewahren.
Aber mit der Zeit bringen diese kleinen Maßnahmen in der Summe viel, denn jeden Tag beinhalten ganz gewöhnliche Aktivitäten, so dem persönlichen Wachstum dienende oder spirituelle Übungen und Dutzende Gelegenheiten, das Gehirn von innen nach außen zu verändern. Ich habe wahrhaft diese Macht, was in eine Welt voller Kräfte, die jenseits meines Einflusses liegen, eine wunderbare Sache ist.
Um diese Schritte zu machen, muss ich jedoch auf meiner Seite sein. Am Anfang ist es möglicherweise nicht einfach, denn die meisten Menschen bringen sich selber weniger Güte entgegen als anderen. Damit ich mich selbst auf meine Seite bekomme so kann es nützlich sein, überzeugende Gründe dafür zu liefern, dass ich mich um Dinge kümmere, die mein Gehirn zum Besseren hin verändern.
Ich war einst ein kleines Kind und der Fürsorge genauso würdig wie ein jedes andere. Könnte ich mich selbst als Kind sehen? Würde ich dieser kleinen Person nicht das Beste wünschen? Doch dasselbe gilt heute: Ich bin ein Mensch wie jeder andere, und verdiene in gleichem Maße Glück, Liebe und Weisheit. Das Vorankommen auf meinem Pfad des Erwachens wird meine Effektivität bei der Arbeit und in meinen Beziehungen erhöhen. Bedenke ich, auf wie viel Art und Weise andere davon profitieren werden, dass ich besser gelaunt, warmherziger und klüger bin. Die Förderung der eigenen Entwicklung ist keine eigennützige Sache, dann sie ist in Wahrheit ein großes Geschenk, dass ich den anderen Menschen mache.